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XTERRA Dänemark

17.06.19
Nummer Drei innerhalb von 3 Wochen! Mit Portugal, Belgien und nun Dänemark wollte ich meine erste längere Wettkampfphase vor den Prüfungen abschließen. Vom Rennen in Belgien reiste ich sehr zufrieden ab und fuhr am Pfingstmontag, zwei Tage danach, sogar noch den Dresdner MTB Marathon. Auch dieser stimmte mich doch sehr zuversichtlich in Richtung XTERRA Dänemark.
Die Startlist war auf Seiten der Profis nicht sehr lang, aber dafür mit einigen schnellen Leute besetzt. Allen voran Tour-Leader Rui Dolores und dem „Local“ Jens Emil Nielsen, ein richtig starker Mountainbiker und Läufer. Altmeister Kris Coddens der bei seinem Heimrennen in Belgien einen misserablen Tag erwischte, eine Hand voll mir unbekannter Dänen und ein Franzose rundeten das Startfeld ab. Mein Ziel war es das Rennen auf dem Podium zu beenden!
Die Streckenbesichtigung im Dauerregen war zwar alles andere als schön, aber am Renntag herrschten dafür 20 Grad bei strahlend blauem Himmel – perfekte Triathlon Bedingungen.
Die 2 Schwimmrunden konnte ich in der ersten Gruppe absolvieren und kam als Dritter aus dem Wasser. Ähnlich wie in Portugal gelang es mit hier einige Sekunden auf Rui Dolores heraus zu schwimmen. Mit einem sehr schnellen Wechsel sprang ich als erster aufs Rad und musste nicht vom ersten Meter an ein Hinterrad halten. Die Strecke in Arhus kann man als Mountainbike Paradies bezeichnen. Unendliche Single-Trails, angelegte Steilkurven, einige Sprünge, der Wahnsinn. Doch zurück zum Rennen: Bei Kilometer 3 war ich mit Rui zusammen an der Spitze, merkte aber schnell, dass ich die knapp 370 Watt-Durchschnitt dann doch nicht auf Dauer halten kann ;-) Rui hatte außerdem eine bessere Streckenkenntnis als ich, da ich die Strecke nur einmal abfahren konnte. Das machte sich besonders auf den Abfahrten bemerkbar. Ich versuchte dann meinen eigenen Stiefel zu fahren, was allein immer nicht so einfach ist, da man sich immer selbst pushen muss. Bis Kilometer 20 konnte ich den zweiten Platz halten und hatte eine knappe Minute auf Rui verloren. Von hinten kamen allerdings Kris Coddens und Jens Emil Nielsen immer näher. Eigentlich wollte ich mich vor dem Wechsel nicht mehr einholen lassen, doch die Jungs kamen 2km vor dem Ziel dann doch noch ran. Zu dritt ging es in T2, wo wir verwundert feststellten, dass noch kein anderes Rad am Ständer hing. Rui hatte sich offenbar verfahren und sich zusätzlich noch einen Plattfuß gefahren. Zusammen mit Kris ging ich auf die Laufstrecke. Ich wollte mir die Chance auf den Sieg nicht nehmen lassen und versuchte alles um schon auf den Ersten 1,5km eine kleine Lücke zu reisen. Auf die erste Strandpassage startete ich noch als Führender, doch da zeigte sich schon Kris‘ Talent für den Sand. Auf den ca. 500m verlor ich 15 Sekunden. Ich wollte dranbleiben, klar, aber es ging einfach nicht. Nach 2 Treppen hoch und runter folgte dann 1 Kilometer flach auf dem ich alles versuchte wieder ranzukommen. Kurz vor dem zweiten ca. 700m langen Strandabschnitt war ich wieder dran. Auf diesem Stück verlor ich aber wieder gut 15 Sekunden. Mit diesem Abstand ging es auf die zweite Runde, auf der sich das gleiche Bild zeigte: ranlaufen, am Strand Zeit verlieren, wieder ranlaufen, am Strand Zeit verlieren… Am Ende hatte ich noch 300m um die 15 Sekunden der letzten Strandpassage wieder aufzuholen, aber Kris war einfach zu stark!
Auf meine erste XTERRA Sieg muss ich wohl noch etwas warten! Am Ende bin ich doch sehr zufrieden mit meiner Leistung und es hat wirklich Spaß gemacht so ein enges Rennen mitbestimmt zu haben!
Am kommenden Wochenende werde ich noch in der 1.Bundesliga für die Weimarer Ingenieure starte, bevor die Vorbereitung für den XTERRA Frankreich in die heiße Phase geht.


credits: Carel du Plessis I XTERRA I Jörg Lehmann


XTERRA Belgien

09.06.19
Das Rennen in Portugal noch im Kopf ging es am Donnerstagmittag in Richtung Belgien. Ich war, um ehrlich zu sein, ziemlich durch vom Rennen in Portugal. Die Trainingswoche verlief eher schlecht als recht und die Hitze hier in Sachsen tat ihr Übriges. Ein paar Tage vor dem Rennen wurde Emily leider noch krank und somit stellten sich unsere Reisepläne für das Rennen auf den Kopf. Dem entsprechend ging ich etwas verunsichert an das Rennen heran. Die Startliste von mehr als 30 gemeldeten Profis war mit Weltklasse Besetzung gespickt und versprach so ein schnelles Rennen.
Da ich nach den ersten beiden XTERRA-Rennen der Saison aus verschiedenen Gründen nicht wirklich wusste wo ich stehe, wollte ich das Rennen von Anfang an gut pacen und einfach ein vernünftiges Rennen zeigen. Ein Platz unter den ersten 15 schien mir dabei realistisch.
Zwei Minuten vor der riesigen Meute an Age-Groupern wurde das Elitefeld von der Leine gelassen. Das Schwimmen in der Maas verlief für mich problemlos und ich konnte relativ entspannt in der zweiten Gruppe mitschwimmen und als 8. aufs Rad wechseln. Zusammen mit Francois Carloni und dem späteren Sieger Yarey Luxem ging es dann den Anstieg zur Citadelle Namur hinauf. Da ich dort vor 2 Jahren schonmal überzogen hatte wollte ich dieses Mal nicht den gleichen Fehler machen und fuhr mein eigenes Tempo. Immer wieder sagte ich mit nicht zu überpacen, die vielen Anfeuerungen der Zuschauer machten das aber nicht gerade einfacher. Nach der Hälfte der ersten Runde fuhr ich in einer 4-Mann Gruppe um Platz 6 und konnte dort gut mitfahren. Mit Ende der ersten Runde wurden wir von Arthur Serries (am Ende 2.) und Geert Lauryssen (9.) eingeholt, welche beide richtig Dampf machten. Auf dem letzten Singletrail der ersten Runde verlor ich dann den Anschluss, da ein eingeholter Athlet sein Rad leider nicht unter Kontrolle hatte. Von da an machte ich mein eigenes Rennen und versuchte so schnell wie möglich die Radstrecke zu absolvieren ohne dabei meine Beine komplett zu opfern. Von Hinten schlossen dann noch 2 Athleten zu mir auf und ich konnte als 12. in die Laufschuhe wechseln. Ich konnte von Anfang an ein hohes Tempo gehen, da ich mir über meine Laufform aber noch sehr im Unklaren war und 2017 hier schon einmal komplett geplatzt bin, bremste ich mich immer wieder ein. Bloß nicht überziehen war das Motto. Bei Kilometer 5 am Ende der ersten Laufrunde konnte ich Francois Carloni und einen weiteren starken Franzosen ein- und überholen. Bei Kilometer 7 hatte ich noch eine gute Minute zu Platz 9. Ich wusste, dass es sehr schwer wird noch nach vorn zu kommen aber gab trotzdem alles. Besonders auf den flachen Abschnitten und bergab versuchte ich viel Druck zu machen, da mir die steilen Anstiege nicht liegen. Leider geht es am Ende einen langen Berg hoch, an dem ich dann nichts mehr aufholen konnte. Sehr zufrieden lief ich als 10. ins Ziel! Mehr als ich mir vorher ausgerechnet hatte und in diesem Feld sehr zufriedenstellend, denn die Abstände nach vorn waren auch sehr gering. Die Form kommt so langsam und ich freue mich schon auf die nächsten Rennen.
Ein dickes Dankeschön an meinen Vater, der mich wie immer super supportet und betreut hat!
Weiter geht es nächste Woche beim XTERRA Dänemark!

Ergebnisse Belgien




credits: Carel du Plessis I XTERRA I Jörg Lehmann


Hitzeschlacht im Land der Lusitaner

02.06.19
Als zweites Rennen meiner Saison in der XTERRA European Tour hatte ich mir den Wettkampf in Golega, Portugal herausgesucht. Zum einen, da ich dort 2018 einen zweiten Platz feiern konnte und zum anderen liegt mir das Rennen mit seiner flachen Laufstrecke einfach. Die Startliste zeigte auch hier wieder ein sehr kompaktes Profeld, von 12 männlichen Startern mit einigen Spaniern und Portugiesen, da dort zugleich die Portugiesische Meisterschaft ausgetragen wurde. Die anstehenden Temperaturen machten mir im Vorfeld allerdings mehr Sorgen, als die Startliste. Am Donnerstag herrschten noch 33°C und selbst das war beim abfahren der Strecke schon eine Qual. Für Samstag wurden dann 38°C im Schatten prognostiziert, den es auf der Strecke leider kaum gibt.
Schon beim Check-In in die Wechselzone, welche auf einem freien Feld liegt, merkte ich, dass es heute einen Hammer Tag geben würde. Das Wasser hatte 24 Grad und dementsprechend wurde (zum Glück) ohne Neo geschwommen. Ich entschied mich meine Speedsuit anzuziehen um beim Schwimmen möglichst weit vorn aus dem Wasser zu steigen und vielleicht einen kleinen Vorsprung auf Favorit Rui Dolores mit aufs Rad zu nehmen. Die 2 Schwimmrunden konnte ich dann in der zweiten Gruppe absolvieren. Der kleine Vorsprung war nach dem Schwimmen zwar noch da, aber leider bekam ich den Reißverschluss des Speedsuits nicht auf und verlor somit einige Zeit in der Wechselzone. Die Gruppe war somit weg und ich musste die ersten 7 flachen Kilometer über Feldwege allein absolvieren. Als es auf die anspruchsvollen Trails ging sprang mir am ersten Anstieg die Kette zwischen Ritzelblock und Speichen. Das „Rausgefummel“ hat mich sicherlich nochmal eine Minute Zeit gekostet. Von da an wollte ich das Rennen möglichst klug zu Ende bringen, da ich wusste das die Hitze noch einige Opfer fordern würde. Bei Kilometer 14 noch auf Platz 8 hatte ich mich bis Kilometer 22 wieder auf Platz 3 nach vorn gearbeitet. Ich wollte den flachen Rückweg bis zur Wechselzone dann entspannt angehen um einen passablen Lauf hinzulegen. Auf den letzten flachen Kilometern fuhren dann noch Tiago Maia und ein portugiesischer AK-Starter auf mich auf. Nach vorn waren bereits 4 Minuten Abstand. Zu Dritt ging es in die Wechselzone, wo ich mit einem schnellen Wechsel schonmal ein paar Sekunden gut machen konnte und als Dritter zum Laufen ging. Entspannt loslaufen war der Plan und so viel wie möglich kühlen. Bis Kilometer 2 funktionierte das auch ganz gut. Ich hatte relativ gute Beine und war mir eigentlich sicher, dass es nur noch nach vorn gehen kann. Mit dem 2-Kilometer-Schild war der Ofen dann allerdings schlagartig aus. Mein Puls ging in die Höhe, mein Kopf fing an zu schmerzen und meine Ohren wurden ungewöhnlich heiß (das ist bei mir immer ein schlechtes Zeichen). Ruhig bleiben dachte ich mir und ging ein paar Meter bis es Besser wurde. Als ich wieder loslief hatten meine 2 Verfolger den 30 Sekunden Rückstand aufgeholt und wir liefen zu Dritt weiter. Nach knapp 200m ging das Spiel allerdings wieder von vorn los und ich musste immer wieder anhalten um nicht umzukippen. Ich wusste ab da ehrlich nicht wie ich es ins Ziel schaffen sollte. Die 2 Kilometer zwischen den Verpflegungsstellen erschienen mir endlos. Ich versuchte mich immer wieder zu kühlen, was auch kurze Besserung brachte. Sobald ich aber nur versuchte das Tempo eines sehr langsamen Grundlagenlaufs aufzunehmen fing alles wieder an. So hangelte ich mich von Verpflegungsstelle zu Verpflegungsstelle. Mich überholten einige Athleten und einige baten mir auch ihre Hilfe an – ich muss schon ziemlich zerstört ausgesehen haben. Als ich endlich auf dem letzten Kilometer angekommen war, gab es noch 4 Hindernisse. Zuerst eine kurze Flussdurchquerung, dem Jubel der Zuschauer an der Wechselzone nach zu urteilen muss ich das wirklich gut gemacht haben in meinem Zustand. Dann waren noch 3 etwa brusthohe Heuballen zu überwinden. Klingt einfach, ist aber ziemlich schwierig, wenn man schon mit dem einfachen „Einen Fuß vor den Anderen“ überfordert ist. Ein Glück gab es auf den letzten 200m eine Mauer, an der ich mich immer wieder abstützten konnte. Wie ich es dann genau ins Ziel geschafft habe weiß ich nicht mehr und konnte es nur auf dem Video nachvollziehen. Jedenfalls war das eine Grenzerfahrung, die ich so schnell nicht wieder erleben wollte. Nachdem ich 1,5h im Hotelzimmer geschlafen hatte, ging ich mit einem ziemlichen Schädel noch zur Siegerehrung, denn das gehört sich einfach! Am Ende bin ich doch tatsächlich noch Fünfter In der Elite-Wertung geworden. Mit Platz 8 insgesamt kann ich natürlich nicht zufrieden sein. Und auch der 5. Platz ist deutlich weniger, als ich mir im Vorfeld ausgerechnet habe.
Ein großes Dankeschön an meine Papa, der mich das ganze Renne über unterstützt und supportet hat und beim Zieleinlauf mit wertvollen Tipps zur Überwindung der Heuballen bereit stand ;-)
Nächste Woche geht es weiter zum XTERRA nach Belgien. Ich hoffe dort endlich mal meine wirkliche Form zeigen zu können!!!

Next Stop: XTERRA Belgien




credits: Carel du Plessis I XTERRA


Saisonstart auf Malta

20.05.19

Lange musste ich dieses Jahr auf einen richtigen Saisonstart warten. Die Lungenentzündung im Februar ließ einen früheren Saisonstart leider nicht zu. Mit viel Motivation und Trainingsfleiß hatte ich mich gut wieder zurückgekämpft und bis Ostern auch eine recht anständige Form erarbeitet. Doch von da an plagten mich Verletzungen und ich konnte nicht wie gewollt trainieren und musste einige Einheiten, vor allem beim Laufen, ausfallen lassen.
Die Vorzeichen für den XTERRA Malta waren also eher nicht berauschend. Wohingegen das sehr dünn besetzte Profifeld auf eine gute Platzierung hoffen ließ.
Ich machte mir am Renntag aber keinen Druck und wollte das Rennen “nur finishen”.
Als um 9:30Uhr der Startschuss ertönte versuchte ich mit Max Saßerath und Francois Carloni mit zuschwimmen, welche die erste “Gruppe” hinter Überschwimmer Jens Roth bildeten. Ich musste allerdings schnell feststellen, dass ich da nicht mithalten kann. Das erste Mal im Freiwasser ist eben doch nochmal etwas anderes als auf der Bahn. So führte ich die zweite Gruppe über die 1,5km und stieg als Vierter aufs Rad. Dort versuchte ich von Anfang an mein Ding zu machen und vor allem ohne Platten durchzukommen, was auf Malta schon eine Herausforderung ist. Während viel Athleten (nicht nur bei den Elitestartern) mit Platten zu kämpfen hatten und das Rennen aufgeben mussten, kam ich bis kurz vor dem Ziel ganz gut durch. Ein paar kleiner Probleme mit der Schaltung hatte ich bis dahin schon, doch viel Zeit habe ich dadurch nicht verloren. Bei Kilometer 25 war der Abstand auf den Führenden noch bei unter 4 min und ich liebäugelte weiterhin mit einem Podiumsplatz. Zirka 2km vor dem Ziel trat ich nach einer Linkskurve an und zack verabschiedete sich leider eines der Schaltröllchen aus dem Schaltwerk. Die Kette hielt so nicht mehr auf dem Kettenblatt und ich musste mein Rad ins Ziel schieben. Beziehungsweise schob ich mich wie auf einem Laufrad durch die Gegend, was für den Zuschauer sicherlich sehr lustig aussah. Aufgrund des abfallenden Geländes auf den letzten Kilometern bildete ich mir allerdings ein, dass das die schnellste Variante war. Ob dem wirklich so war sei mal dahin gestellt… ;-)
Mit über 6 min Rückstand ging ich dann auf die Laufstrecke. Da es mir mehr als unrealistisch erschien 6 Minuten auf 10km aufholen zu können ließ ich es eher ruhig angehen und konnte das Rennen auf Platz 4 beenden!
Sicherlich nicht der perfekte Saisoneinstieg, aber wenigstens ein paar wichtige Punkte für die Gesamtwertung! Da ich mir wenige Tage vor dem Rennen nicht mal im Klaren war, ob meine Fußverletzung einen Start überhaupt zulässt, bin ich doch zufrieden. Heute, zwei Tage nach dem Rennen, bin ich immer noch schmerzfrei und freu mich jetzt auf die Vorbereitung für die anstehenden Rennen! Denn im Juni gibt es einiges zu tun!
Next Stop: XTERRA Portugal

Ergebnisse Malta





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